Presse
07.04.2008, 18:28 Uhr
Wahlkampf: Mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke in
Wahlkampf: Mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke in Hollenstedt SPD-Bürgermeister? "So was gibt's hier nicht!" Es gibt Reden, Gulaschsuppe, ordentlich Bier und kaum Widerworte im besten Saal im Dorf. Angst vor einer Niederlage hat keiner.
Wahlkampf Mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke in Hollenstedt SPD-Bürgermeister? "So was gibt's hier nicht!" Es gibt Reden, Gulaschsuppe, ordentlich Bier und kaum Widerworte im besten Saal im Dorf. Angst vor einer Niederlage hat keiner. Von Jens Meyer-Odewald CDU-Landtagskandidat Heiner Schönecke aus Elstorf (l.), Landwirtschaftsmeister Jörg Meier und Ex-Bürgermeister Herbert Brockmann vorm Amtshaus. Foto: Laible Moisburg - Andreas Laible (Fotos) Moisburg Erst wenn die Glocken der Dorfkirche ausgeklungen sind, so ist es gute Sonntagssitte in Moisburg, wird im Amtshaus das Wort ergriffen. Und erst wenn die Reden gehalten sind, so ist es traditionell, pflegen die Christdemokraten und ihre Gäste geselliges Vergnügen. Beides mit Inbrunst. Wahlkampf kostet Kraft. Eine Woche vor der Entscheidung am 27. Januar bittet die CDU Hollenstedt zum Neujahrsempfang. Der politische Frühschoppen, viele Jahre parteiübergreifendes Ritual, hat ausgedient. Mangels Schankwirtschaft vor Ort (zuletzt hat sich's nun auch bei Sigmund ausgezapft . . .) fungieren Salon und Diele des 297 Jahre alten Amtshauses als feudales Notquartier. Gulaschsuppe liefert die Autobahn-Raststätte Hollenstedt, das Pils kommt frisch vom Fass, und wer mag, nippt am Kelch mit Henkell trocken. Ein Prosit auf den Kandidaten! Heiner Schönecke (61), seit einer Legislaturperiode Landtagsabgeordneter und Initiator der "Hamburger Umlandrunde" in Hannover, ist mit dem geliehenen Partei-Polo vorgefahren. Das silberfarbene Spritsparmodell ist bunt beklebt. "Heiner bewegt!" heißt der Slogan. Basiskämpfer haben CDU-Flaggen in die Türen geklemmt. Gibt's sonst nur vorm Fußballstadion. Wer vermutet, Wahlkämpfer Schönecke würde verbal abledern, sieht sich getäuscht. Geradezu sanft geht er mit SPD-Rivalin Silva Seeler ins Gericht. Selbst die grüne Kandidatin im Wahlkreis 52 (Buchholz, Jesteburg, Tostedt, Hollenstedt ) sei " eigentlich ganz nett ". Nur mit den " linken und rechten Spinnern " will er nichts zu tun haben. Der Mann hat allen Grund, generös zu sein: 56 Prozent der Stimmen fuhr Schönecke vor fünf Jahren ein; in Moisburg waren es 64, in Halvesbostel nebenan gar 71 Prozent. Kein Wunder, dass die Frage nach SPD-Bürgermeistern unter den Gästen irritierte Blicke erntet. "So was gibt's hier nicht", flüstert die Referentin. Und was ist mit den zuletzt nicht ganz so guten Umfragewerten? Alles Quatsch! "Die kochen auch nur mit Wasser", befindet Schönecke fröhlich. " Haben wir doch in den USA gesehen." Hier und heute geht's lokal zur Sache. Die Mitglieder des Ortsverbands haben den Salon liebevoll dekoriert. Orange, Farbe der CDU, dominiert: Tischdecken, Primeln mitsamt Übertöpfen, Bonbons, Feuerzeuge. Gediegen hölzernes Mobiliar, Kronleuchter, Ölgemälde und eine Standuhr verleihen dem Raum Charakter; der Altersschnitt liegt auf hohem Niveau. Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) aus dem Landwirtschaftsministerium zieht Regierungsbilanz. Unter anderem geht es um Raps und um Biogas. Die Anwesenden lauschen interessiert, fragen gezielt nach. So richtig Widerworte aber gibt es nicht. Fast alle kommen vom Fach. So wie Landwirt Heinrich Wentzien oder Forstwirt Heinz Meier. " Wir wissen, wo hier im Landkreis der Schuh drückt ", sagt der. Der Gesprächsbereich Agrarpolitik ist bewusst gewählt. Karl Röhrs von der örtlichen Seniorengruppe, Ehrenbürger Otto Thiele (89) sowie Vertreter der Jäger- und Anglervereine und benachbarte Bürgermeister runden das Bild ab. Fast alle kennen sich, die meisten sind per du, man snackt Platt. Gehört zum guten Ton. Natürlich auch für Kandidat Schönecke, der angibt, Hochdeutsch als " erste Fremdsprache " erlernt zu haben. Im Elternhaus auf dem heimischen Hof in Elstorf, in jetzt sechster Generation. Mit 80 Mitarbeitern aus 14 Nationen leitet Schönecke einen Vermarktungsbetrieb für Eier und Geflügel. Es gibt Reden, Gulaschsuppe, ordentlich Bier und kaum Widerworte im besten Saal im Dorf. Angst vor einer Niederlage hat keiner. Die Kirchturmuhr schlägt eins. Fofftein. Gerhard Wecker (70), früher zwölf Jahre CDU-Geschäftsführer in Hollenstedt, hat am Zapfhahn alle Hände voll zu tun. Die Damen langen mit großer Kelle in die Gulaschkanone. Heiner Schönecke muss noch warten: Besucher kommen mit Einzelfragen. Einer spricht ihn sogar auf seine blaue Krawatte an - am unteren Ende diskret geschmückt mit dem Logo des HSV. Weitere Themen, wie auch sonst im Wahlkampf: Verkehr, Gewerbe, Wirtschaft. Profitiert das Umland von der wachsenden Hansestadt Hamburg? Beschert der Boom im Hafen Arbeitsplätze auf dem Lande? Denken die in Hannover auch an die im Dorf? Wacker steht Schönecke Rede und Antwort. "Ich will keine Frontalbeschallung im Wahlkampf, sondern konkrete Gespräche an der Basis", sagt er. Da formuliert kein Berufspolitiker, sondern ein Typ mit Bodenhaftung. Gewiss nicht jedes Wählers Fall, jedoch sturmerprobt und erdverwachsen - so wie sich die Niedersachsen in ihrer Hymne besingen. " Prost! ", ruft Schönecke einer Gästegruppe zu. Launig auf die Biersteuer verweisend - der Einzigen noch selbst im Lande erhobenen. Folglich ist jeder Schluck ein gutes Werk . . . erschienen am 21. Januar 2008 Vollständige Url des Artikels: http://www.abendblatt.de/daten/2008/01/21/839089.html (c) Hamburger Abendblatt
aktualisiert von Klaus Apel, 07.04.2008, 18:52 Uhr
CDU Deutschlands CDU-Mitgliedernetz Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Hermann Gröhe Angela Merkel bei Facebook Hermann Gröhe bei Facebook
© Ortsverband Hollenstedt  | Startseite | Impressum | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 0.37 sec.